Mikroplastik – FhG Umsicht sieht Handlungsbedarf – Studie startet

Kreislauf Mikroplastik
(c) FhG Umsicht - Kreislauf Mikroplastik

Schlagzeilen wie »Mikroplastik überfordert Kläranlagen«[1], »Plastikteilchen in Lebensmitteln gefunden«[2], »Winzige Plastikteilchen verunreinigen Trinkwasser«[3] zeigen, dass das Thema Mikroplastik in der öffentlichen Diskussion immer größeren Raum einnimmt. Um zu vermeiden, dass aufgrund fehlender Informationen und Erkenntnisse auf Spekulationen und unbewiesene Annahmen zurückgegriffen wird, ist wissenschaftliche Forschung auf diesem Themengebiet unerlässlich.

Nach Ansicht von Fraunhofer UMSICHT ist es dringend notwendig, das Thema Mikroplastik intensiver wissenschaftlich aufzugreifen. Die mit steigender Kunststoffproduktion und ungeregelter Entsorgung einhergehende Zunahme von Mikroplastik in der aquatischen Umwelt kann sich zu einem gravierenden Problem für Mensch und Natur entwickeln. Dies erfordert die frühzeitige Entwicklung nachhaltiger Lösungen.

Notwendige Schritte

  • Vermeidung des Plastikeintrags in Ökosysteme durch weltweiten Ausbau geeigneter Erfassungs- und Sammelsysteme und logistische Optimierung bei Umschlag und Transport
  • Entwicklung von biobasierten Materialien, die sich in den jeweiligen Umweltkompartimenten in sinnvollen Zeiträumen kaskadenartig abbauen (z. B. für Kosmetik- und Reinigungsartikel oder Verpackungen)
  • Entwicklung technischer Verfahren zur Reduzierung des Mikroplastikeintrags, z. B. durch Verwendung von Filtrationstechniken an Eintragsquellen (Kläranlagen, Waschmaschinen etc.)
  • Standardisierung von Untersuchungsmethoden
  • Austausch und Information zwischen Wissenschaft, Industrie und Öffentlichkeit
  • Sensibilisierung und Änderung des Konsumentenverhaltens in Bezug auf Kunststoffe durch wissenschaftlich fundierte und verständliche Kommunikation des Themas
  • Schaffung von Anreizen, nicht nur zur Verringerung des Kunststoffeintrags, sondern auch zur aktiven Entfernung von Kunststoffen aus der Umwelt, z. B. durch Ausbau von sogenannten Polymer-Harvest-Systemen in Flüssen und Meeren für Fischerei und Fangflotten, Durchführung von Plastikabfall-Sammelaktionen etc.

Das Positionspapier vollständig bei FhG Umsicht

 

FhG Umsicht leitet Studie zum Thema Mikroplastik
Fraunhofer UMSICHT hat eine »Konsortialstudie Mikroplastik/Marine Litter« initiiert, die von einem Konsortium aus Industrieunternehmen und Abwasserverbänden flankiert wird. Kernpunkte der Studie sind die aktuelle Lage, die Zusammenstellung der aus Unternehmersicht wichtigen technischen, marktseitigen und regulatorischen Trends einerseits und die Ableitung von innovativen Lösungsansätzen andererseits. Die Lösungsansätze können eine Grundlage für neue Geschäftsmodelle darstellen.

Quelle und weitere Informationen FhG Umsicht

 

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